Interview mit Horst Pohlmann

Sie wurden kürzlich zum Vorsitzenden des German Testing Boards (GBT e.V.) gewählt. Zunächst unseren herzlichen Glückwunsch dazu. Können Sie kurz unseren Lesern erklären, was das GTB ist und was es für Aufgaben wahrnimmt?

Danke. Das German Testing Board ist bekanntermaßen ein Zusammenschluss von Fachexperten auf dem Gebiet „Test von Software und softwarebasierten Systemen“. In Deutschland verantwortet das GTB als Gründungsmitglied des International Software Testing Qualifications Boards (ISTQB) das Certified-Tester-Schema zur Qualifizierung und Prüfung von Software-Testern.  Das GTB kümmert sich um die Weiterentwicklung und Lokalisierung des Glossars, der  Lehrpläne, der entsprechenden Prüfungsfragen und die Akkreditierung der Trainingsprovider. Es sorgt somit für eine gleichbleibend hohe Qualität der Tester-Ausbildung in Deutschland.

30.000 zertifizierte Personen in Deutschland – das ist eine beeindruckende Zahl.
Was ist das Erfolgsgeheimnis?

Einer der Erfolgsfaktoren ist sicherlich, dass durch die persönlichen Mitglieder des GTB die Bereiche Industrie, Trainingsanbieter und Hochschulen gleichermaßen repräsentiert sind.

Ein anderer Erfolgsfaktor war und ist sicherlich, dass wir zum richtigen Zeitpunkt die Weichen für die Etablierung des Certified-Tester-Schemas in Deutschland  und seiner Internationalisierung weltweit gestellt haben.

Stellen Sie sich vor, Sie arbeiten heute in einem Automotive Projekt zur Entwicklung eines Steuergerätes.  In einem solchen Projekt ist es nicht ungewöhnlich, dass Entwickler und Tester aus verschiedenen Kontinenten und Kulturkreisen (z.B. Europa, Indien und Nordamerika) an ein und derselben Aufgabe zusammenarbeiten. Da ist es hilfreich und notwendig, dass alle Beteiligten die gleiche Sprache sprechen und die gleichen Methoden und Verfahren mindestens bis zu einer gewissen Ebene beherrschen.

Des Weiteren haben wir durch die Umsetzung einer qualitätsorientierten Wachstumsstrategie eine hohe Marktakzeptanz erreicht. Konkret dazu:  Seit einigen Jahren finden Sie an jedem Wochenende bei einer Suche nach „ISTQB“ in den bekannten Online-Stellenbörsen konstant weit mehr als 100 Stellenangebote für den ISTQB®Certified Tester aus dem deutschsprachigen Raum.

Ihr Amtszeit beträgt 2 Jahre. Welche Ziele haben Sie sich denn gestellt?
Was wollen Sie mit dem GTB e.V. erreichen?

Ich war stellvertretender Vorsitzender des GTB seit diese Rolle in 2004 geschaffen wurde. Ich werde nun als Vorsitzender nicht alles anders machen, sondern den Spagat versuchen, auf der einen Seite das Bestehende zu bewahren und auf der anderen Seite Innovationen voran zu treiben, das Aufgreifen aktueller Trends zu initiieren und zu unterstützen, um das Bestehende nach den Bedürfnissen des Marktes zu ergänzen. Als Beispiel möchte ich hier domänenspezifische Ergänzungen nennen, die wir gerade gemeinsam mit unseren Partnern den Zertifizierungsstellen und der Technical Advisory Group (TAG) in Vorbereitung bzw. auf den Weg gebracht haben. Dabei setzen wir auf unsere Grundprinzipien wie Neutralität, Fairness, Offenheit und Transparenz.
Ebenso pflegen wir weiterhin klare und regelmäßige Kommunikation mit unseren Partnern: der Industrie, den Trainingsanbietern und den Hochschulen.

Als konkrete umsetzbare Ziele sehe ich die Anpassung der Organisationsstruktur des GTB e.V.; die partielle Öffnung des GTB für die Mitarbeit von Fachexperten als Nicht-Mitglieder sowie die Anbindung der IT-Industrie und der IT-Dienstleister über eine fördernde Mitgliedschaft, um das Ziel: „50.000 GTB-autorisierte Certified Tester Prüfungen“ in zwei Jahren zu erreichen.

GTB e.V. und ASQF e.V. blicken auf eine lange gemeinsame Geschichte zurück und haben die gleichen Wurzeln. Welche Bedeutung messen Sie als GTB-Vorsitzender heute dem ASQF e.V. bei?

Es ist unbestritten, dass die Wurzeln des GTB e.V. im ASQF liegen.  Während sich GTB e.V. als Fachexpertengremium aktuell nur um das Testen von Software und softwarebasierten Systemen kümmert, deckt der ASQF ein viel breiteres Spektrum mit all seinen Facetten ab.  Ich sehe den ASQF deshalb als eine komplementäre Ergänzung und  einen Partner des GTB.

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Über Horst Pohlmann

Horst Pohlmann ist Leiter Prozesse, Methoden und Tools bei Lemförder Electronic. Seit 2010 ist er Lehrbeauftragter für Software Qualitätsmanagement an der Hochschule Ostwestfalen-Lippe.

Das Interview ist im SQ-Magazin, Ausgabe Juni 2013 erschienen.

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