GTB-Präsident Tilo Linz: „Ausgebildete Software-Tester sind bessere Tester“

Das German Testing Board (GTB) trägt durch Definition und Standardisierung der Aus- und Weiterbildung im Bereich Software-Testung zur Einhaltung höchst möglicher Teststandards bei.

Erlangen, 02.02.2010 – Das Chipkarten-Chaos zu Beginn des Jahres hat eines verdeutlicht: IT-Systeme werden immer komplexer, somit anfälliger für Software-Fehler. Die Gefahr großer wirtschaftlicher Schäden für die Unternehmen steigt damit ebenso wie die Unzufriedenheit der Kunden.

„Das Sicherstellen der Softwarequalität wird künftig immer wichtiger werden“, sagt Lothar Beller, der Software-Tests beim Automobilzulieferer ZF Friedrichshafen verantwortet. Beller fühlt sich für diese Aufgabe aber bestens gerüstet. Denn er ist als einer von mittlerweile 14.000 Arbeitnehmern und Studenten zum Certified-Tester ausgebildet worden. Für dieses Zertifikat erarbeitet das 2005 als eingetragener Verein gegründete German Testing Board (GTB) die deutschen Lehrpläne und die dazugehörigen Prüfungsfragen. „Die Ausbildung zum Certified Tester gibt  Testern die Methoden an die Hand, um schneller die richtigen Tests erstellen zu können. Durch das vermittelte Gesamtbild verstehen die Tester, wie Softwareentwicklung funktioniert und wo die Chancen, aber auch die Grenzen des Softwaretestens liegen“, sagt Lothar Beller.

Das GTB hat sich also zum Ziel gesetzt, das Testen von Software zu professionalisieren. Dadurch hat sich das Berufsbild „Software-Tester“ erst herausgebildet. Vor allem in der Automobilindustrie, der Medizintechnik und der Luftfahrt genießt das Zertifikat hohes Renommee.

Das German Testing Board arbeitet deutschlandweit mit verschiedenen kommerziellen Trainingsprovidern zusammen, bei denen die entsprechenden Kurse belegt werden können. Diese müssen dem Board nachweisen, dass sie die Lehrpläne korrekt umsetzen. Dies geschieht im Rahmen einer Akkreditierung. Mit 13 Providern wurde zudem eine Premiumpartnerschaft vereinbart, um über die reine Akkreditierung hinaus noch weitere Servicedienstleistungen im Bereich Marketing anzubieten.

Zwei unabhängige Zertifizierungsinstitute wickeln die Prüfungen ab. Dies stellt die Qualität, Unabhängigkeit und Seriosität des GTB sicher. Der Fokus liegt dabei jedoch nicht nur auf der Industrie, der Certified-Tester wird auch kostenlos an die deutschen Hochschulen gebracht – dazu arbeitet das GTB eng mit derzeit 40 deutschen Universitäten, Fachhochschulen und Berufsakademien zusammen. Zudem gibt es Kooperationen mit der Softwaretest-Branche.

„Software-Tester sind Experten. Sie müssen ihr Handwerkszeug beherrschen, um Fehlern in den Systemen auf die Spur zu kommen. Je besser sie die Testmethoden und Techniken trainieren, desto schneller und effizienter können sie arbeiten. Um es auf den Punkt zu bringen: Ausgebildete Tester sind bessere Tester“, sagt Tilo Linz, Präsident des GTB.

Das Certified-Tester-Schema ist dreistufig angelegt: Nach einem Einstiegskurs, dem Foundation Level, kann ein Advanced Level absolviert werden. „Zurzeit arbeiten wir mit Hochdruck daran, für ein drittes Level, den Expert Level, die entsprechenden Lehrplanmodule auf die Beine zu stellen“, sagt Tilo Linz. Das GTB möchte professionellen Software-Testern mit dem Expert Level eine Karriereperspektive aufzeigen: „Absolventen des Expert Levels kommen dann zum einen für Managementaufgaben in Frage, beispielsweise für die Leitung größerer Tester-Teams. Neben diesem generalistischen Ansatz können sie mit einem Expert-Level-Zertifikat aber auch ihre umfassende Ausbildung und Erfahrung in einem eng gefassten technischen Spezialgebiet (wie z.B. Lasttests) des Testens dokumentieren“, sagt Tilo Linz.

Industrieunternehmen profitieren auch vom internationalen Netzwerk des GTB: Der Certified-Tester wird weltweit angeboten – nicht nur in Europa, sondern beispielsweise auch in den USA, Indien, Japan und China. Gewährleistet wird dies durch die intensive Zusammenarbeit mit dem Dachverband, dem International Software Testing Qualifications Board (ISTQB®).

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